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Ayelen Parolin

Hérétiques

19:00 Saal (40’)
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Ayelen Parolin lädt uns zu einer Art zeitgenössischem Ritual mit Originalmusik auf dem Klavier ein. Grundlage des Stücks bildet der Akt der Wiederholung und der Ausdauer, die sich um ein Leitmotiv herum entwickeln: dem „Dreieck“ und seinen unendlichen Variationen. Ein zwanghaftes und maschinell anmutendes Trio, das Effizienz und Rentabilität als Imperative der Gegenwart aufgreift und dabei gleichzeitig den Widerspruch duldet, dass aus ihm die reine Kraft des Daseins hervorsprudelt. Die Choreographin möchte „sich nicht allein auf eine mathematische Darstellung der Bewegung versteifen, sondern die Darsteller zu einer komplexen geometrischen und präzisen Gestik führen, die in einem Crescendo zwischen Kanon und Einklang oszilliert. Bis an ihre Grenzen, um an diesem Ort zu sehen, was passieren kann…

Die Choreographin und Tänzerin Ayelen Parolin (Buenos Aires, 1976) wurde mit einem verbotenen „indianischen“ Vornamen in die argentinische Militärdiktatur hineingeboren. In der Schule wurde sie noch als „India“ beschimpft, doch heute steht sie stolz zu diesem schamanischen Vermächtnis einer längst verstorbenen Vorfahrin und schöpft daraus einen Teil ihrer Inspiration. Ayelen bedeutet alegría – die Freude. In Buenos Aires studierte sie am Nationalen Tanz- und Theaterkonservatorium San Martin. Seit dem Jahr 2000 lebt und arbeitet sie in Brüssel. Als gefragte Tänzerin stürzte sie sich Hals über Kopf in die Choreographie. Als extremer Charakter hinterfragt sie die Dinge: das Tier im Menschen (Troupeau/Rebaño), die Dynamik der Weiblichkeit (SMS Love), die Klischees der Männlichkeit (David), den Schamanismus angesichts der Modernität (Hérétiques), ein Experiment, das sie meisterhaft mit südkoreanischen Tänzern in Seoul wiederholt (Nativos). 2005 wurde sie zur Preisträgerin der Pépinières européennes (Unterstützung junger Künstler auf europäischer Ebene) gekürt. 2016 erhielt sie den Preis der SACD (Gesellschaft für Autoren und Komponisten von Bühnenwerken) für Choreographie sowie das Fellowship der Pina Bausch Foundation.

Choreographie/Konzept Ayelen Parolin – Darsteller Marc Iglesias, Gilles Fumba - Musik Lea Petra - Dramaturgie Olivier Hespel - Kostüme Stéphanie Croibien - Lichtgestaltung Colin Legras - Regie Veranstaltung Aurélie Perret – Produktion RUDA asbl - Koproduktion Charleroi Danses, Les Brigittines, Théâtre Marni - Mit Unterstützung der Föderation Wallonie-Brüssel (Tanzabteilung), Wallonie-Bruxelles International, Société des auteurs et compositeurs dramatiques (SACD – Gesellschaft der Autoren und Komponisten dramatischer Werke), Wallonie-Bruxelles Theater/Tanz, Kunstenwerkplaats Pianofabriek,- Residence im Rahmen des Projekts Passerelles mit Les Brigittines (Brüssel) und La Briqueterie (Vitry-sur-Seine). Artist in Residence im Théâtre de Liège 2016 und 2017., Residence im Théâtre les Tanneurs (administrativ), begleitet von Grand Studio, Artist in Residence bis 2020 bei Charleroi Danses bis 2020.